Korbach. Einen Nachmittag lang stand in der Parfümerie Becker nicht das schnelle Einkaufserlebnis im Mittelpunkt, sondern ein geschützter Raum für Begegnung, Austausch und achtsame Pflege: Sieben Frauen, die aktuell mit einer Krebserkrankung leben oder diese überstanden haben, nahmen an einem besonderen, spendenfinanzierten und für die Frauen kostenlosen, „Oasennachmittag“ teil – einem Angebot, das weit über klassische Kosmetikberatung hinausging. Organisiert wurde der Nachmittag vom Ökumenischen ambulanten Hospiz Korbach e.V.. Die ehrenamtlich Mitarbeitenden sorgten mit viel Engagement für die Verpflegung der Teilnehmerinnen. Begleitet wurde die Veranstaltung von der Koordinatorin Sandra Voß, die den Frauen den Raum für Austausch und persönliche Begegnung eröffnete. Die Veranstaltung hatte das Ziel, Frauen in einer herausfordernden Lebensphase zu stärken. Im Fokus standen dabei ihre individuellen Bedürfnisse – körperlich wie emotional. „Hier darf alles sein: Fragen, Unsicherheiten, Veränderungen – ohne Leistungsdruck, ohne Erwartungen“, beschreibt Sandra Voß die Atmosphäre.
Im Laufe einer Krebstherapie verändern sich oft auch Haut und Erscheinungsbild. Nebenwirkungen wie Trockenheit, Spannungsgefühle oder erhöhte Empfindlichkeit oder auch Fettüberproduktion gehören für viele Betroffene zum Alltag. Genau hier setzte der Oasennachmittag an. Gemeinsam mit den Expertinnen Carmen Sattar und Luise Vutz beschäftigten sich die Teilnehmerinnen intensiv mit der Frage, welche Pflege hochbelastete Haut wirklich braucht. Im Mittelpunkt standen dabei sanfte, reizreduzierte Produkte sowie individuell abgestimmte Routinen, die das Wohlbefinden nachhaltig unterstützen können. „Die Haut ist nicht nur äußere Hülle – sie spiegelt auch das, was wir erleben“, verdeutlichte Carmen Sattar. Umso wichtiger sei eine Pflege, die nicht überfordert, sondern stabilisiert und schützt.
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Neben der Hautpflege spielte auch dekorative Kosmetik eine wichtige Rolle. Dabei ging es nicht um Perfektion, sondern um Leichtigkeit und Ausdruck. Die Frauen lernten kleine Techniken kennen, die helfen können, sich im eigenen Spiegelbild wiederzufinden – ein Aspekt, der besonders bei therapiebedingtem Haarverlust an Bedeutung gewinnt. Augenbrauen und Wimpern, die zeitweise fehlen, und manche Medikation, verändern das Gesicht oft stark. Durch gezielte Tipps zur Konturierung und zum natürlichen Hervorheben der Gesichtszüge konnten neue Möglichkeiten entdeckt werden, die das eigene Selbstbild positiv beeinflussen. „Es geht nicht darum, etwas zu überdecken, sondern sich wieder näherzukommen“, erklärte Luise Vutz. Diese Haltung prägte den gesamten Nachmittag – behutsam, wertschätzend und stärkend. Neben praktischen Anleitungen blieb vor allem eines wichtig: Zeit zum Gespräch. In vertrauter Runde tauschten sich die Teilnehmerinnen über Alltagsfragen aus, die häufig wenig Raum finden – etwa im Umgang mit körperlichen Veränderungen, Unsicherheiten oder dem Wunsch nach Normalität im Alltag. Dieser Austausch unter Frauen, die ähnliche Erfahrungen teilen, wurde als besonders wertvoll erlebt. Er schuf Verbindung und das Gefühl, mit den eigenen Herausforderungen nicht allein zu sein. Ermöglicht wurde der Oasennachmittag durch die großzügige Unterstützung der Parfümerie Becker, die nicht nur ihre Räumlichkeiten, sondern auch Personal, Ausstattung und Produkte zur Verfügung stellte. Ergänzt wurde das Angebot durch hochwertige Pflege- und Kosmetikprodukte der Marken Nilens Jord, Erborian und Dear Dahlia.
Ein besonderer Dank gilt den beiden Expertinnen Carmen Sattar und Luise Vutz, die ihre fachliche Kompetenz und ihr Einfühlungsvermögen in den Dienst der Teilnehmerinnen stellten.
Der Oasennachmittag machte deutlich, wie wichtig niedrigschwellige, unterstützende, möglichst kostenlose, Angebote für Menschen mit Krebserfahrung sind. Zwischen medizinischer Behandlung und Alltagsbewältigung entsteht oft ein Raum, in dem persönliche Bedürfnisse zu kurz kommen. Genau hier setzt das Konzept an: kleine Auszeiten, die Kraft geben und Selbstfürsorge wieder in den Mittelpunkt rücken. Für die sieben Frauen aus dem ganzen Landkreis war es ein Nachmittag voller Achtsamkeit, Gemeinschaft und neuer Impulse. Ein Moment des Innehaltens – und ein Schritt hin zu mehr Wohlgefühl im eigenen Körper.












